Paprika „Gemüse, Würzmittel, Naturheilmittel, Verteidigungsmittel“



Der Ursprung der Paprika liegt in der Chilischote, die bereits südamerikanische Indianer als Nahrungsmittel verwendeten. Botanisch gesehen, gehört der Paprika in die Gattung der Beeren. Es gibt kaum eine Gemüseart, die sich in Geschmack, Schärfe, Farbe und Form so vielfältig unterscheidet wie der Paprika. Diese unzähligen unterschiedlichen Eigenschaften machen die Faszination dieser außergewöhnlichen Frucht aus. Paprika wird sowohl als Gemüse als auch als Gewürz genutzt. Ob roh, gekocht, geschnitten oder als ganze Schote - der Paprika schmeckt in jeder Zubereitungsform.

Beim Reifen wechseln die Paprikaschoten die Farbe von Grün zu Rot und werden dabei fleischiger und süßer. Der grüne Paprika ist somit ein unreif gepflückter roter Paprika und für uns schwerer verdaulich.


Erwähnenswert ist vor allem der hohe Vitamin C-Gehalt, denn Paprika enthält rund doppelt so viel Vitamin C wie zum Beispiel Orangen. Die Hälfte eines Paprikas kann schon den Tagesbedarf an Vitamin C decken, wobei die reifen Roten den Grünen überlegen sind. Zudem enthält er unter anderem ß-Carotin, Flavonoide, Vitamin E und wichtige Mineralstoffe, wie Kalzium, Kalium und Magnesium.


Neben der Gemüsepaprika zählt die Gewürzpaprika, die Chili, zu der ältesten Sorte. Die Seefahrer brachten diese nach Europa. Für die Schärfe der Chili ist der Gehalt an Capsaicin verantwortlich. Dieses befindet sich in den Scheidenwänden und in den Samen der Frucht. Bei der von Speisen, die mit Chili gewürzt sind, wird der Schärfereiz durch die Schleimhaut aufgenommen und regt die Hitzerezeptoren an. In heißen Ländern wird häufig sehr scharf gegessen, wodurch die Hitzereaktion des Körpers angeheizt wird und durch verstärktes Schwitzen der Körper abgekühlt wird. Gemessen wird die Schärfe gerne nach einer zehnteiligen Skala. Wahrgenommen wird das Capsaicin ab einem Gehalt von ca. 0,5ppm (parts per million), dies entspricht 0,5 mg pro 1 Kilogramm frische Paprikafrucht. Fünf bis zehn ppm werden schon als sehr scharf empfunden. Wer einer der scharfen mexikanischen Sorten probiert, der zieht sich mit einem Gehalt von 1800 ppm Capsaicin eine außerordenliche „Chili-Verbrennung“ zu. Da Capsaisin nicht wasserlöslich ist, würde das „Löschen mit Wasser“ den Schmerz noch verstärken. Nur Milch- und Buttermilchgetränke können den extremen Schmerz lindern.


Das gemahlene Pulver aus reifen getrockneten scharfen Paprikafrüchten, auch als Cayennepfeffer benannt, wird gerne in der Naturheilkunde verwendet. Als Einreibung in Salbenform wirkt es durchblutungsfördernd und hat einen langandauernden schmerzlindernden Effekt. In Form von Pflastern, wird die Substanz Capsaicin für Muskelspannungen im Bereich der Wirbelsäule eingesetzt. Voraussetzung ist, dass die Haut intakt ist, keine Überempfindlichkeit gegen Paprika vorhanden ist und der Kontakt mit Schleimhäuten vermieden wird.


Auch für die Selbstverteidigung kann Capsaicin eingesetzt werden - Pfefferspray ein sehr effektives Mittel, das keine bleibende Schäden hervorruft.






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